Samstag, 25. Mai 2013
Bogensport-News

Easton Tech Tipps

von George Tekmitchov, Hoyt Sr. Recurve Engineer, Easton International Technical Advisor

In meinen Tech Tipps 7 habe ich die Blankschaft Tuning Methode erörtert. Ich habe darüber gesprochen, warum diese Methode so gut funktioniert und was ihr tun könnt, damit die Tuning Ergebnisse vorhersehbarer und konstanter werden. Im nachfolgenden Artikel geht es nun um die speziellen Schritte, dieser Tuning Methode.

Die effektivsten Werkzeuge, die man zum Tunen eines Recurvebogens finden kann, sind die Easton Pfeil-Tabellen, eine präzise Bogenwaage und einen Steckschlüssel zur Zuggewichtsjustage. Für die meisten Schützen, deren Material up-to-date ist, die eine passable Form haben und das genaue Zuggewicht ihres Bogens wissen, passt die Pfeil-Tabelle fast 100% genau. Easton investiert eine Menge Zeit und Aufwand in Labortests, um diese Tabellen zu erstellen, die anschließend dann noch unter realen Bedingungen auf ihre Stimmigkeit überprüft werden.

In fast allen Fällen, in denen es Unterschiede von der Tabellen-Auswahl zum physikalischen Ergebnis gibt, liegen Fehler in der Zuggewichtsermittlung, entweder beim Equipment oder bei der Methode, vor. Federwaagen, besonders diejenigen, die mit der Hand gezogen werden, haben einen schlechten Ruf, was ihre Genauigkeit angeht und Minderanzeigen von bis zu vier Pounds sind bei diesen Waagen fast schon normal. Die meisten anderen Abweichungen entstehen durch Fehler beim Tabellen lesen, Fehler bei der Einbeziehung der Variablen in die Tabelle oder einfach nur durch Unbeständigkeiten in der Form des Schützen.

Das leistungsstärkste Werkzeug zum Tunen des Bogens, nachdem der passende Pfeil ausgewählt wurde, ist der Steckschlüssel zur Justage des Zuggewichts. Eine geringe Änderung im Zuggewicht kann einen großen Einfluss auf das Pfeil Tuning haben. Diesen Einfluss kann man zwar bei allen Zuggewichten feststellen, aber besonders signifikant ist er bei niedrigen Zuggewichten. Um einen etwas zu weichen Pfeil zu tunen ist eine geringfügige Verringerung des Zuggewichts die einfachste und beste Tuning Methode.

Ein anderer weitverbreiteter Fehler ist die Nichtbeachtung des Gewichts der Befiederung beim Blankschaft Tuning. Schwere Plastik-Vanes schlagen meist mit etwa neun Grains zu Buche, was das Verhalten eines Pfeils erheblich beeinflussen kann. Easton Diamond Vanes sind etwas leichter, als die meisten anderen Plastik-Vanes, die auf dem Markt sind. Beim Blankschaft Tuning ist es notwendig das fehlende Gewicht der Vanes mit Klebeband oder Ähnlichem an der Stelle, an der normalerweise die Vanes festgeklebt werden, zu ersetzen.

Vanes mit unterschiedlichem Gewicht können ebenfalls das Verhalten des Pfeils beeinflussen. Ein Pfeil, der zum Beispiel mit Spin-Wings (insgesamt drei Grains für alle drei Vanes) eingestellt wurde, zeigt beim Wechsel auf schwerere Plastik-Vanes (meist drei Grains pro Vane) ein steifes Flugverhalten. Wenn man also Gewicht wie zum Beispiel Wraps oder schwerere Nocken am hinteren Ende des Pfeils hinzufügt, verhält er sich steifer. Das Gleiche passiert auch, wenn man Gewicht zur Sehne addiert. Dies kann passieren durch das Ersetzen eines gewickelten Nockpunkts durch einen aus Messing oder wenn man eine Sehne mit mehr Strängen oder mit einer viel längeren Mittelwicklung, als vorher, verwendet.

Durch eine Verringerung des Gewichts am hinteren Ende, zum Beispiel beim Ersetzen von schweren Plastik Vanes durch leichte Spin-Wings, verhält sich der Pfeil genau entgegengesetzt und zeigt ein weiches Flugverhalten. Das Gleiche passiert auch, wenn man an der Sehne Gewicht wegnimmt, wie zum Beispiel durch Verwendung von weniger Strängen, einer kurzen Mittelwicklung oder beim Austausch eines Nockpunkts aus Messing, gegen einen gewickelten Nockpunkt.

Im Allgemeinen sagt man, dass eine Reduktion des Spitzengewichts den Pfeil im Flugverhalten steifer werden lässt und dass eine Erhöhung des Spitzengewichts den Pfeil weicher macht. Das stimmt auf jeden Fall bei Aluminium Pfeilen und Carbonpfeilen mit Einschraubspitzen. Bei den Carbon-Aluminium Turnierpfeilen, wie den X10, stimmt diese Aussage bei Verwendung der Einklebspitzen nicht. Denn das Gewicht wird bei diesen Spitzen durch eine Verlängerung bzw. Verkürzung des Einkleb-Schaftes erreicht. Eine schwerere Spitze würde den Pfeil zwar weicher machen, aber der längere Schaft der schwereren X10 Spitze bewirkt durch seine mechanischen Eigenschaften, dass der Pfeil steifer wird.

Aus den oben genannten Fakten kann man sich recht einfach die nachfolgenden Regeln für das Blankschaft Tuning ableiten.

Wichtig: Immer zuerst den Nockpunkt einstellen. Nach jeder Änderung des Zuggewichts oder des Tillers ist der Nockpunkt zu überprüfen!

Wenn sich der Pfeil zu WEICH verhält:

Verringerung des Bogen-Zuggewichts (großer Effekt)
Erhöhung der Strangzahl in der Sehne
Gewicht am Nockende des Pfeils erhöhen (schwerere Vanes, Pfeil-Wraps, schwerere Nocks)
Verwendung von steiferen Nocks (Easton Pin-Nocks sind steifer, als zum Beispiel Beiter Non-Pin Nocks)


Wenn sich der Pfeil zu STEIF verhält:

Erhöhung des Bogen-Zuggewichts
Verwendung von schwereren Spitzen
Verringerung der Strangzahl in der Sehne
Gewicht am Nockende des Pfeils verringern (leichtere Vanes, leichtere Nocks)
Verwendung von nicht zu steifen Nocks (zum Beispiel Beiter Non-Pin Nocks)

Daran denken, dass jede Veränderung am Bogen, wie zum Beispiel ein anderer Stabi, andere Sehne etc. das Verhalten des Bogens verändern und ein erneuter Blankschaft Test durchgeführt werden muss.

Das Blankschaft Tuning ist aber lediglich eine gute Ausgangsbasis für ein optimales Tuning und gute Pfeilgruppierungen. Im nächsten Tech Tip werde ich weitere Tuning Schritte vorstellen, um das Tuning weiter zu optimieren und gute Pfeilgruppierungen auf allen Distanzen zu erreichen.

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